Lions Serie ist gerissen

Das irgendwann der Tag kommen würde an dem die Lions die weiße Weste wieder in den Schrank hängen würden, war allen Beteiligten bewusst. Umso länger eine Serie anhält, umso häufiger darüber gesprochen wird und umso länger die Messer jede Woche bei der Konkurrenz gewetzt werden, umso wahrscheinlicher ist es, dass es passieren wird.

Und so war es auch an diesem Vor-Nikolaustag letztlich konsequent, dass die erste Niederlage besiegelt wurde. Und es kann nur umso häufiger betont werden: Hätte uns jemand vor der Saison gesagt, dass wir erst im Dezember die erste Niederlage in der 1. Toyota DBBL erleben werden, dann hätten wir diese Person zuerst für verrückt erklärt und dann gefragt, wo wir unterschreiben müssen.

Deshalb ist alles gut, so wie es ist und wie es ist soll es auch manchmal einfach sein. Wir freuen uns über das, was wir bisher geschafft haben und freuen uns auf das, was wir schaffen können. Und damit ist jetzt auch zum Glück klar, dass das Thema der Serie nun in Damen-Basketball-Deutschland auch beendet ist und nicht jede Woche erneut thematisiert wird.

Kommen wir zum Spiel. Der Start war zunächst etwas holprig, da beide Seiten extrem physisch verteidigten und keine einfachen Würfe zu ließen. Es dauert etwas mehr als 2 Minuten bis Taylor Wurtz die ersten Punkte für die Lions machte und den Blitzstart von 13:2 in den ersten 6:30

Minuten einleitete. Bei 16:4 und anderthalb Minuten vor Viertelende sah es nach einem klaren ersten Viertel aus. Allerdings konnte Herne dann die ersten Ausrufezeichen von der 3er Linie setzen und konnte durch Polleros und Zolper auf letztlich 18:10 verkürzen.

Das schien auch der Dosenöffner für das gesamte Team, denn Herne kam wie verhandelt aus der Viertelpause. Mit einem 17:4 Lauf bis zur 8. Minute des zweiten Viertels drehten sie nicht nur das Ergebnis zu einem 5-Punkte Vorsprung, sondern zeigten auch das sie maximal gewillt waren, nicht in Ehrfurcht zu erstarren, sondern auch zu zeigen, dass sie zu Unrecht auf Platz 5 stehen. (22:27) In dieser Phase konnten die Lions vor allem die einfachen, mit sehr schönen Team-Basketball ausgespielten Punkte, am Brett nicht machen, was jedoch nötig gewesen wäre, weil die Quote von draußen (0 von 6) in der ersten Halbzeit wieder nicht stimmte. In einem Kraftakt konnte dieser Rückstand zur Pause jedoch durch 7 Punkte von Brianna Rollerson zu einem 31:30 zur Pause gedreht werden.

Aus der Pause raus erwischten die Lions auch wieder den besseren Start und konnten nach 5 Min. mit 13:6 Punkten mit 44:37 in Führung gehen. Diese Konstanz wurde aber nicht gehalten und nach 2:30 Minuten stand 46:46 beide. Das Momentum behielt Herne auch bei und konnte mit einem leichten Vorsprung (49:53) ins letzte Viertel gehen.

Auch im letzten Viertel startete Herne immer mit einer Antwort und konnte den Vorsprung auf 8 Pkt. ausbauen. (54:62)

Auch hier kämpften sich die Lions aber wieder auf 2 Pkt. heran, so dass es bei 5 Min. zu spielen, ein maximal offenes Spiel beim Stand von 60:62 war.

Doch zwei Ballverluste, ein verpasste 3er und u.a. zwei zugelassene 3er von Laura Zolper in den nächsten 2:30 Min. zum Stand von 60:72 kippten das Spiel. Von den Lions kam in dieser Phase aber auch zu wenig, um das Spiel weiter eng zu gestalten. 

In den letzten zwei Minuten war es dann nochmal ein Point-Sharing mit 7:5 für die Lions aber keine wesentliche Aufholjagd mehr. Zum Ende dann großer Jubel bei Herne über den verdienten Sieg 77:67 gegen den Aufsteiger aus Bergisch Gladbach und Enttäuschung bei den Lions, dass man in diesem Spiel nicht den Schlüssel zum Sieg gefunden hat.

Aber starke 53% ihrer 3er traf Herne, zu viele Ballverluste (17) in sonst so starken Ballvortrag und die liegen gelassenen Punkte im zweiten Viertel sprechen eine klare Sprache.

Auch Mario Zurkowski musste den Sieg des Gegners so auch absolut unterstreichen:


„Uns war bewusst, dass die Serie einmal enden würde. Wir waren nach dem guten Start nicht bereit die Spannung hochzuhalten und konstant Energie zu liefern. Herne hat ein tolles Spiel gemacht und 20% über ihrem Durchschnitt getroffen und damit verdient gewonnen. Wir haben aber schon den Schalter umgelegt und wollen es definitiv jetzt gegen die Wasserburgerinnen besser machen und zeigen, dass wir zurecht oben stehen.“

Also lange Zeit zum Nachdenken bleibt den Lions nicht, denn es geht jetzt Schlag auf Schlag. Schon am Mittwoch geht es in der 3. Runde des DBBL-Pokal gegen den einstigen Serienmeister aus Wasserburg. Das Spiel wird um 20 Uhr in der Sporthalle am Schulzentrum in Herkenrath ausgetragen.

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