Lions halten auch dem Vogelkäfig stand und freuen sich auf die Engel im neuen Jahr

Im wunderschönen Freiburg mit seinem tollen traditionsreichen Gassen und der berühmte Bachrinne in der City, kann man mit einem Besuch zum Jahresausklang eigentlich nicht viel verkehrt machen, auch wenn die lange Hinrunde und der Mini-Mini-Christmas break sicherlich keine optimale Vorbereitung auf das Topspiel 2 gegen 1 sind. Aber zetern und mordio helfen da nicht, sondern durch alles muss man durch, auch wenn gefühlt der Verletztenstand nahezu gleich hoch ist, wie der spielfähige Kader. Denn nach der langzeitverletzten Gianotti, gesellten sich nun mehr auch noch des weiteren Andela Maric als auch die Lions-Topscorerin Taylor Wurtz-Purifoy in den Krankenstand und traten die strapaziöse Reise in den Südwestzipfel der Republik schweren Herzens gar nicht mit an, um an ihrer Genesung zu arbeiten. Allerdings war das verbliebene Stoßtrüppchen absolut gewillt auch unter diesen Umständen mit voller Energie und Siegeswillen der wilden Freiburger Jugend-Gang plus Yasuma und Paunovic entgegen zu treten … und wie sie das taten.

Im ersten Viertel legten die Lions sehr gut los, konnten ihren Gameplan umsetzen und lagen nach 3 Minuten mit 0:5 vorne. Die Freiburger Damen mussten sich jeden Wurf hart erarbeiten und erst Yasuma brach den Punktebann mit zwei Körben. Allerdings antworten die Lions immer wieder mit herausragend herausgespielten Körben und konnten den Vorsprung über 4:10 auf 6:14 ausbauen. Bei den Eisvögeln hielt nur Yasuma im ersten Viertel dagegen (9 von 11 Punkten) und der Rest des jungen Teams traf teils keine gute Wurfauswahl- und quote, anderen teils biss man sich an der Lions-Verteidigung, die es immer wieder geschickt schaffte die Geschwindigkeit des Gegners zu brechen, die Schnäbel aus. Stand Ende des Viertels 11:18.

Im zweiten Viertel änderte sich das Bild nicht wesentlich. Einzig Lina Sonntag zeigte sich das ein oder andere Mal in der Offense und die Lions bauten ihren Vorsprung sukzessive aus. Mit ihren zwei 3ern in dieser Phase trat auch Greta Kröger immer weiter in die Verantwortung und rechtfertigte ihre Einsatzzeit (20 Min.) zudem mit klugem, sehr konzentrierten Teamspiel und einem weiteren Assist. Stand nach 7 Min. 16:30, welches auch die größte Führung des Spiels bedeutete. Freiburg konnte dann durch Teamfoul-Freiwürfe verkürzen und die Lions konnte einige Aktionen nicht zu klaren Abschlüssen transformieren, so dass man bei einem Stand von 23:33 in die Pause ging. Gefühlt war dieser aber sich noch einige Punkte größer, ob der Beton-Verteidigung und des sehr ansehnlichen Spiels in der Offensive.

Im 3. Viertel begann es zunächst noch ruhig bevor sich wiederum Yasuma und die nun auch aufgewachte Little mit mehr Dynamik ins Spiel einbrachten, so dass die Damen aus dem Südwesten sich auf 32:35 herankämpften. Doch zwei Körbe von Brianna Rollerson stellten den Abstand auf 32:39 bei 5:50 Min. im dritten Viertel. Ein erneuter 7:0 Run der Freiburger brachte aber 2:40 Min.den Ausgleich, den die Lions wiederum souverän konterten und ihrerseits durch einen 3er der bockstarken und dynamischen de Leyn und Freiwürfen von Romy Bär und Birte Thimm wieder auf 6 Punkte zur Viertelpause stellten. (39:45)

Doch das tolle Publikum in der Freiburger Uni-Halle peitschte das Team unaufhaltsam nach vorne, was dazu führte, dass sie bei drei Min.gespielt im letzten Viertel durch einen 3er von Lina Sonntag wieder auf einen Punkt ran kamen (44:45; 3:10 Min.) auch hier konnten die Lions wieder dagegen halten und nach 5. Min. auf 44:49 enteilen. Freiburg fightete zurück und schaffte zweimal den Ausgleich auf 49:49 und 51:51 (noch 2:20 Min.zu spielen). Doch Bär (3er) und de Leyn, sowie zwei FW von Cousseins-Smith schafften mit einem 7:1 Run bei noch einer Minute zu spiele den Spielstand erneut auf 52:58 und 6 Punkte zu stellen, so dass in der Crunch Time die FW Qualitäten gefragt waren. Hier konnte die Lions zwar nur 3 von 6 verwandeln, jedoch aus einem Korb von Yasuma und einem FW von Little, brachte Freiburg auch nichts mehr dagegen, so dass der Sieg final nach einem Kraftakt und einer taktischen Glanzleistung des Coaching-Teams mit 55:61 an die Lions ging. Noch besonders zu erwähnen ist, das Cousseins-Smith es schaffte im gesamten letzten Viertel Yasuma nur 4 Punkte (vorher 22 Punkte) zu gestatten, so dass sie in der entscheidenden Phase nahezu aus dem Spiel war.

Insbesondere die Wurfquoten (2er: 34%/58% und 3er: 19%/31%) sowie die deutlich, ausgeglichenere Scoring-Balance des Teams bei 15 Assists, konnten die absolut hohe Zahl an Turnover absolut kompensieren und führten zu einem verdienten Sieg der Lions, der ihnen tatsächlich 3 Siege Vorsprung auf die Konkurrenz gewährt. Unter diesen Umständen nehmen wir die von außen zugetragenen Formulierung des „Spezial-Aufsteigers“ von nun an gerne an. Denn für uns ist es genauso speziell wie besonders und es ist ganz speziell, wie das Team es schafft, stets Antworten auf spezielle Situationen zu finden. Hier hilft sicher die Erfahrung vieler Spielerinnen aber sicher auch der große Zusammenhalt und das auch bei der Verletztenlage, immer wieder neue Spielerinnen nach vorne treten und ihren Teil der Verantwortung nehmen. In Freiburg z.B. durfte Carlotta Ellenrieder nur 30 Sek. zum Ende des 2. Viertels ran, sicherte sich dabei aber direkt 2 wichtige Defensivrebounds, die die schöne Pausenführung bewahrten. Jeder kennt seine Rolle und erfüllt, dass was das Trainerteam erwartet, wie auch Mario Zurkowski unterstreicht:

„Wir hatten wenig Zeit uns auf die personelle Situation einzustellen und wussten, dass wir über die defensive kommen müssen. Wir haben über 40min einen mega Job gegen ein klasse Team gemacht und konzentriert unseren Gameplan abgearbeitet. Im Vorfeld hätte es viele Möglichkeiten gegeben nach Ausreden zu suchen, warum wir das Spiel nicht gewinnen aber wir haben uns einfach auf die Dinge fokussiert, die uns helfen können zu gewinnen. Jede Spielerin hat gezeigt wie wichtig sie für mein Team ist und dass sie sich entwickelt hat. Dieser Sieg war ein genialer Abschluss eines tollen Jahres.“

Erholung ist gestern und das neue Jahr auch schon wieder morgen, so dass das nächste Heimspiel am Sonntag den 02.01.2022 gegen die Eigner Angels aus Nördlingen vor der Tür steht. Nach einem kurzen (und natürlich reduzierten) Silvesterfeuerwerk, erwarten die Lions ein Team, was man wahrlich als Wundertüte bezeichnen kann. Den starken Siegen gegen Teams der Spitzengruppe wie Herne, Hannover und Freiburg, stehen genauso Spiele entgegen, wie in Saarlouis (wo man mit über 40 Punkten verlor) oder Düsseldorf, wo man bis weit in die zweite Halbzeit brauchte, bis man sich auf die Siegerstraße brachte. Die Angels sind ein Team welches an guten Tagen jeden in der Liga schlagen kann. Die Lions hoffen, dass der knapp Hinspielsieg, diesmal nicht ganz so knapp wird, müssen aber bis dahin eine Menge Arbeit verrichten. Insbesondere das Guard-Duo Hill und Thomas, sowie die in Bergisch Gladbach nicht unbekannte finnische Scharfschütze Anissa Pounds gilt es zu kontrollieren, um die Angels nicht heiß laufen zu lassen. Dabei ist es zudem genauso wichtig, dass man gegen die extrem harte und physische Verteidigung, oft am Rande des erlaubten, Antworten findet und dagegen hält. Es wird ein erneuter Kampf werden, in der Saison in der es schon so viele Schlachten gab und die Lions werden versuchen, auch in diesem Duell mit den Angels, die Antworten zu finden, die nötig sind, um auch dieses Spiel als Sieger vom Feld zu gehen. Das Spiel findet wie immer um 16 Uhr in der Sporthalle am Schulzentrum in Herkenrath statt. Zuschauer sind im Rahmen des Hygienekonzept mit 2G-Regel zugelassen.

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